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 Bonsai-Info-Archiv
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 dringend Hilfe fuer Ginseng Bonsai 07.11.2006 (15:27 Uhr) Jay
Hallo,

vor ca. zwei Monaten habe ich mir einen knapp zwei Meter hohen Ginseng Bonsai gekauft.

Das Problem ist, dass er alle Blaetter verliert. Er treibt neue Blaetter wie verrueckt, schmeisst aber sogar schon winzige neue Blaetter gleich wieder ab.
Jeden Abend muss ich um die zwanzig bis dreissig Blaetter aufsammeln.
Mittlerweile sieht er aus wie ein Laubbaum im Winter...mit nur noch vereinzelten Blaettern.
Mein Vater...der einen gruenen Daumen hat...meinte das er Spinnmilden hat.
Daraufhin habe ich ein Spray im Gartencenter gekauft u den Baum dreimal behandelt.
Das hat aber leider nicht geholfen.
Ich kann an den Blaettern auch nichts erkennen. Keine Flecken, keine Braunfaerbung...auch seh ich keine Puenktchen die auf Tierchen schliessen koennten.
Ich weiss mir keinen Rat mehr u hoffe mir kann jemand helfen.
Der Baum war sehr teuer u sieht auch sehr schoen aus, wenn er Blaetter dran hat....u ich bringe es nicht uebers Herz ihn "aufzugeben".

Das einzige was ich mir noch vorstellen koennte, ....ich glaube ich habe ihn einmal zuviel gegossen u er hatte Staunaesse. Kann man das wieder "reparieren" wenn dem so waere? Und wie finde ich heraus ob an den Wurzeln etwas fehlt?

Ich hoffe auf baldige Antwort u Hilfe.

Liebe Gruesse aus Muenchen Jay
 Re: dringend Hilfe fuer Ginseng Bonsai 07.11.2006 (20:28 Uhr) Uwe Harwardt
Hallo Jay,

Dein sogenannter Ginseng-Bonsai ist vermutlich ein Ficus microcarpa, welcher auch unter der Bezeichnung Ficus 'Ginseng' verkauft wird.

Somit hat rein garnichts mit der bei uns unter dem Namen Ginsengwurzel bekannten Heilpflanze zu tun.

Vielmehr handelt es sich um die Lorbeerfeige, nahe mit der Birkenfeige, Ficus benjamina verwandt.

F. microcarpa wird auch gelegentlich Ficus retusa oder Ficus nitida genannt, so findest Du sicher ein paar Pflegehinweise. Die Empfehlungen zu F. benjamina solltest Du auch lesen.

Wenn Du den Baum intensiv nach »Untermietern« untersucht und nichts gefunden hast, bleibt immer noch die Möglichkeit, daß Spinnmilben am Werk sind. Die sind nicht immer einfach zu erkennen. Also suche noch mal genau, besonders in den Blattachseln und zwischen feinen Zweigen. Nach drei Anwendungen eines breitbandigen Insektizides sollte allerdings Ruhe sein. Hast Du ein Spray mit Weißöl oder Neemöl genommen? Das bekommt manchen Bäumen nicht so gut. Es verstopft mitunter die feinen Öffnungen an der Blattunterseite. Systemisch wirkende Pflanzensprays sind hier die bessere Wahl.

Ich vermute nicht, daß lediglich einmal zuviel Wasser dem Baum ersthaften Schaden zufügen kann. Hat das Pflanzgefäß unten ein Abflußloch? Ist die Erde relativ locker? Zur Kontrolle kannst Du den Baum mit dem gesamten Wurzelballen aus dem Topf/der Schale heben. Solange die Wurzeln nicht matschig sind und faul riechen, sollten sie eigentlich in Ordnung sein. Wenn Du den Baum umpflanzen möchtest (erst wenn er sich wieder erholt hat) entferne vorsichtig einen Teil der alten Erde aus dem äußeren Bereich des Ballens und pflanze danach in neue Erde. Es eignet sich eine Bonsaierde für Indoor. Oder kaufe einen Beutel normale Grünpflanzenerde und mische auf vier Teile dieser Erde einen Teil groben Sand. Das hilft Staunässe zu vermeiden.

Ist es dennoch bereits zu Wurzelfäule gekommen, solltest Du alle matschig faulen Wurzeln entfernen. Wichtig ist, so viele gesunde Haarwurzeln wie möglich zu erhalten. Gesunde Haarwurzeln sind cremweiß bis hellbraun. Reiße den Wurzelballen auf keinen Fall auseinander, sondern lockere die Erde vorsichtig zum Beispiel mit dem Stiel eines Kaffeelöffels oder, wie es die japanischen Bonsaiprofis machen, mit Eßstäbchen. Sollte der derzeitige Topf vollständig durchwurzelt sein, mußt Du auch einen größeren Topf besorgen. Achte auf Abflußöffnungen, damit sich keine Staunässe darin bilden kann. Auch in diesem Fall benötigst Du natürlich eine gute lockere Erde. Niemals solltest Du gebrauchte Erde wieder verwenden.

Sollte der Baum aber bereits kurze Zeit, nachdem Du ihn erworben hast, begonnen haben, die Blätter abzuwerfen, vermute ich eine andere Ursache. Ficus microcarpa mag einen Wechsel des Standortes genauso wenig wie Ficus benjamina. Dann ist er einfach nur beleidigt. Das sollte sich spätestens im Frühjahr wieder geben. Du darfst aber keineswegs mit erhöhter Wassergabe darauf reagieren! Durch den Blattverlust benötigt der Baum weniger Wasser als vorher. Auch Zugluft, besonders die kalte Luft, die beim Stoßlüften in's Zimmer kommt, aber auch ein kalter Zug durch einen undichten Fensterrahmen können heftigen Blattfall hervorrufen. In diesen Fällen hilft nur ein anderer Standort, hell und warm und ohne Zugluft. Auch sollte der Topf nicht ungeschützt auf einem kalten Fußboden stehen, kalte Füße rufen bei Dir eine laufende Nase, bei Ficus fallende Blätter hervor.

Mehr fällt mir im Moment nicht ein... solltest Du weitere Fragen haben: Her damit!

Viel Erfolg

Uwe

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