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 Serissa 25.06.2003 (11:10 Uhr) PhiloSophie
Wir haben seit einer Woche eine Serissa aus dem Baumarkt! Sie hat eine wunderschöne form. Sie wirft jetzt die Blätter ab was angeblich für eine Serissa normal ist!
Mir wurde geraten sie umzutopfen da die Transporterde anscheinend aus Lehm besteht. Mir wurde auch gesagt das ich beim umtopfen die Wurzeln schneiden soll, stimmt das? wenn ja auf was muss ich da achten? Und kann ich umtopfen wenn ich die Blätter gestutzt habe? Ich habe gehört das dies dann zuviel belastung für den Baum ist.
Weiters wurde mir gesagt das ich eine drainage einlegen muss damit das überschüssige wasser abrinnen kann, stimmt das auch und wie mache ich das. ich habe gesehen das bei meiner serissa ein grünes Stoffetwas aus dem Topf hervorschaut, könnte das eine Drainage sein?


Ich hoffe ihr könnt mir helfen!

Vielen dank im Voraus!

Eure PhiloSophie.
 Re: Serissa 26.06.2003 (22:23 Uhr) Beppo
Hi PhiloSophie,

> Mir wurde geraten sie umzutopfen da die Transporterde
> anscheinend aus Lehm besteht.

Nun, wenn die Serissa importiert wurde und vor dem Verkauf nicht umgepflanzt wurde, steht sie tatsächlich in Lehm. Da wäre ein Umpflanzen schon angebracht.

> Mir wurde auch gesagt das
> ich beim umtopfen die Wurzeln schneiden soll, stimmt das?

Das muß nicht zwangsläufig sein, es kommt auf den Wurzelballen an. Wenn er extrem verfilzt ist, könnte ein Wurzelschnitt durchaus etwas nutzen. Aber ich vermute, es wird nicht unbedingt nötig sein.

> Und kann ich umtopfen
> wenn ich die Blätter gestutzt habe? Ich habe gehört das
> dies dann zuviel belastung für den Baum ist.

Das ist nicht unbedingt richtig. Wenn Du lediglich ein wenig geschnitten hast, brauchst Du Dir deswegen keine Sorgen zu machen.

> Weiters wurde mir gesagt das ich eine drainage einlegen
> muss damit das überschüssige wasser abrinnen kann, stimmt
> das auch und wie mache ich das.

Du mußt schon eine spezielle Bonsai-Erde nehmen, keine normale Blumenerde. Die ist viel zu klumpig. Bonsaierde enthält eine Menge Sand, was die Erde schön durchlässig macht.
Als Drainage machst Du als unterstes in die Schale eine dünne Schicht Kies, vielleicht in Erbsengröße. Oder Granulat für Hydrokultur (kein Seramis). Dadurch kann das Wasser unten gut ablaufen und es bildet sich kein "Sumpf".

> ich habe gesehen das bei
> meiner serissa ein grünes Stoffetwas aus dem Topf
> hervorschaut, könnte das eine Drainage sein?

Hä? Vielleicht hat da jemand seine Socken begraben, aber eine Drainage ist das sicher nicht. Ich habe schon mal gehört, daß Bonsai statt in Erde in einer Watte aus Glasfaser gepflanzt werden (vergiß es gleich wieder, ist nix für uns), aber die ist vermutlich nicht grün. Eventuell haben die vor dem Umpflanzen den Wurzelballen in ein Tuch eingeschlagen, um ihn zu schützen und dann nicht restlos entfernt... Was es genau ist, wirst Du wohl erst feststellen, wenn Du den baum aus der Schale nimmst. Entferne das Zeug nicht mit Gewalt, im Zweifelsfall schneidest Du eben alles ab, was aus dem Ballen rausguckt, den Rest läßt Du erstmal drin.

Aber Du solltest die Abflußlöcher der Schale mit einem Stückchen Kunststoffgitter abdecken, damit nicht alles unten herausfällt. Wie im Blumentopf, wo Du eine Tonscherbe unten reinlegst. Nur ist die Tonscherbe eben für eine Schale viel zu dick. Kannst ja eine alte Fliegenklatsche nehmen und davon was schneiden, wenn es im Laden keine Konststoff-Gitter zu kaufen gibt.

Und nun viel Spaß mit Deinem Baum

Beppo
 Re: Serissa 27.06.2003 (14:29 Uhr) Gonzo
Hi Beppo!


> Du mußt schon eine spezielle Bonsai-Erde nehmen, keine
> normale Blumenerde. Die ist viel zu klumpig. Bonsaierde
> enthält eine Menge Sand, was die Erde schön durchlässig
> macht.

Kann man für die serissa einfach die normale bonsai-erde nehmen die man in den geschäften bekommt?
oder soll man sie selber mischen?? wenn ja wie? was ist die beste mischung? denn wie ich gelesen habe macht das jeder anders... sogar diverse fachbücher wiedersprechen sich teilweise... und ist er überhaupt ratsam sie jetzt umzutopfen mitten im sommer... oder soll man sie durch-peppeln bis zum nächsten frühjahr?

> Als Drainage machst Du als unterstes in die Schale eine
> dünne Schicht Kies, vielleicht in Erbsengröße. Oder
> Granulat für Hydrokultur (kein Seramis). Dadurch kann das
> Wasser unten gut ablaufen und es bildet sich kein
> "Sumpf".

kann man für die drainage auch kies oder so nehmen?  hab ich auch mal gelesen...  oder ist so ein granulat besser?

so ein kleiner bonsai wirft viele fragen auf...  *gg*

>
> > ich habe gesehen das bei
> > meiner serissa ein grünes Stoffetwas aus dem Topf
> > hervorschaut, könnte das eine Drainage sein?
>
> Hä? Vielleicht hat da jemand seine Socken begraben, aber
> eine Drainage ist das sicher nicht. Ich habe schon mal
> gehört, daß Bonsai statt in Erde in einer Watte aus
> Glasfaser gepflanzt werden (vergiß es gleich wieder, ist
> nix für uns), aber die ist vermutlich nicht grün.
> Eventuell haben die vor dem Umpflanzen den Wurzelballen
> in ein Tuch eingeschlagen, um ihn zu schützen und dann
> nicht restlos entfernt... Was es genau ist, wirst Du wohl
> erst feststellen, wenn Du den baum aus der Schale nimmst.
> Entferne das Zeug nicht mit Gewalt, im Zweifelsfall
> schneidest Du eben alles ab, was aus dem Ballen
> rausguckt, den Rest läßt Du erstmal drin.

zu dem stoff dingens... ich habe mal gehört das das wie eine öllampe funktionieren soll ...  der stoff hängt in die untertasse die mit wasser gefüllt ist und saugt sich damit voll... und der bonsai kann das dann aus dem stoff "heraussaugen" das heist man muss ihn nicht so oft gießen und er bekommt immer soviel wasser wie er gerade braucht...
was hältst du davon?

he der trick mit der tonscherbe ist cool...  kannte ich noch garnicht... *gg*

ich hoffe du oder auch jemand anders aus dem forum kann uns helfen... ;)

danke im voraus...

Mfg Gonzo
 Re: Serissa 27.06.2003 (20:58 Uhr) Beppo
Hi Gonzo,

> Kann man für die serissa einfach die normale bonsai-erde
> nehmen die man in den geschäften bekommt?

Klar, die Mischung ist schon ganz in Ordnung.

> oder soll man sie selber mischen??

Was, für einen Baum so einen Aufwand?

> was ist
> die beste mischung?

Ich glaube, die gibt es nicht!

> denn wie ich gelesen habe macht das
> jeder anders... sogar diverse fachbücher wiedersprechen
> sich teilweise...

Eine Erde besteht aus Humus, Lehm und Sand - mal so ganz pauschal gesagt. Und wichtig sind die physikalischen und chemischen Eigenschaften.

> und ist er überhaupt ratsam sie jetzt
> umzutopfen mitten im sommer... oder soll man sie
> durch-peppeln bis zum nächsten frühjahr?

Manchmal ist das Peppeln für die Pflanze gefährlicher als das Umpflanzen. Und da Serissa ja immergrün ist... im Zweifelsfall würde ich lieber im Sommer umpflanzen und die Chance nutzen als zu sehen, wie der Baum im Herbst stirbt...

> kann man für die drainage auch kies oder so nehmen?  hab
> ich auch mal gelesen...  oder ist so ein granulat besser?

Grober Sand, feiner Kies, wo ist da der Unterschied? Man kann sogar die weißen Kugeln aus dem Styropor polken... Es geht darum, zu verhindern, daß das Substrat ganz unten in der Schale zu stark verdichtet und überschüssiges Wasser nicht mehr aus den Löchern herauslaufen kann. Es darf nur kein Salz oder Kalk drin sein. Kannst auch Basaltsplit nehmen oder Kügelchen aus Edelstahl, aber keine trockenen Erbsen!

> so ein kleiner bonsai wirft viele fragen auf...  *gg*

Naja, Du hast ja noch einige Jahrzehnte vor Dir... Bonsai ist kein Hobby für einen Sommer, Bonsai ist nicht trendy sondern eine Lebenseinstellung. Während Du Dich mit Deinem Baum beschäftigst und ihn formst, beschäftigst Du Dich auch mit Dir selbst. Und das formt auch Dich - irgendwie - naja, das kann ich nicht erklären, das mußt Du selbst erleben...

> zu dem stoff dingens... ich habe mal gehört das das wie
> eine öllampe funktionieren soll ...  der stoff hängt in
> die untertasse die mit wasser gefüllt ist und saugt sich
> damit voll... und der bonsai kann das dann aus dem stoff
> "heraussaugen" das heist man muss ihn nicht so oft gießen
> und er bekommt immer soviel wasser wie er gerade
> braucht...

Oder es klettert so viel Wasser nach oben, bis die Erde klitschnass ist? Da habe ich in Physik nicht aufgepaßt.

> was hältst du davon?

Nicht sehr viel, denn ich fürchte, es wird alles zu naß!

> ich hoffe du oder auch jemand anders aus dem forum kann
> uns helfen... ;)

Wenn's Dir bis hierhin geholfen hat...

> danke im voraus...

War mir eine Freunde :-)

Beppo
Hi Beppo

Da Du im vorigen Beitrag so betonst: als Drainage "kein Seramis", hat das einen besonderen Grund?

Ich verwende seit vielen Jahren Seramis als Drainage und habe damit beste Erfahrungen gemacht.
Da es eine gewisse Speicherfähigkeit hat, ist es praktisch wie eine kleine Versicherung gegen Austrocknen, wobei natürlich überschüssiges Wasser ungehindert ablaufen kann.



Also ich kann Seramis als Drainage nur empfehlen.

Gruß
Hajo.
 Seramis - Antwort an Hajo 28.06.2003 (15:30 Uhr) Beppo
Hallo Hajo,

gerade wegen der Speicherfähigkeit nehme ich es nicht, die Drainage soll bei mir lediglich das ungehinderte Ablaufen ermöglichen. Aber gerade wegen der Speicherfähigkeit mische ich gelegentlich Seramis unter das Substrat. Dadurch verhindere ich zu starke Verdichtung desselben und einen ausgeglicheneren Wasserhaushalt.

Ich habe einfach nie daran gedacht, beides in einer Schicht zu vereinen. Ist aber eine Anregung, die ich bei Gelegenheit mal aufgreifen werde.

Danke Hajo :-)

Beppo
 Re: Seramis - Antwort an Hajo 02.07.2003 (13:58 Uhr) tomcat
hallo hajo,

seramis als drainage ist meines erachtens völlig ungeeignet,da es leicht zu wurzelfäule führen kann.die frage ist doch eigentlich ob man überhaupt eine drainageschicht braucht.ich denke nein,vorausgesetzt man verwendet gut durchlässiges substrat,was bei mir aus gesiebtem akadama,lava und bims besteht.

      mfg
 Re: Seramis - Frage an tomcat 02.07.2003 (18:16 Uhr) Anina
> seramis als drainage ist meines erachtens völlig
> ungeeignet,da es leicht zu wurzelfäule führen kann.

Hallo tomcat,

mit Erstaunen hab ich diesen Satz gelesen. Soweit ich oft gelesen, gehört und auch selbst erfahren habe (bei meinen Bäumen ist Seramis seit Jahren Drainageschicht) ist es doch gerade umgekehrt. Seramis bleibt absolut formstabil, somit auch grobkörnig und wasserdurchlässig. Das Verstopfen der Abzugslöcher (z. B. durch verschlämtes organisches Material, das Du offensichtlich nicht Deinen Bäumen beimischst)wird verhindert.

Wieso führt es leicht zu Wurzelfäule?

Gruß Anina
> hallo hajo,
>
> seramis als drainage ist meines erachtens völlig
> ungeeignet,da es leicht zu wurzelfäule führen kann.die
> frage ist doch eigentlich ob man überhaupt eine
> drainageschicht braucht.ich denke nein,vorausgesetzt man
> verwendet gut durchlässiges substrat,was bei mir aus
> gesiebtem akadama,lava und bims besteht.
>
> mfg
Hallo Tomcat

So können halt die Meinungen auseinander gehen -

Man könnte auch Diamanten als Drainage nehmen und wenn dann Wurzelfäule auftritt haben die Diamanten Schuld.

Ich finde jedenfalls "Seramis" vom Preis-Leistungs-Verhältnis ein Super Material, was ich ja schon beschrieben habe.
Bei meinen ca 180 Outdoor benutze ich Seramis seit vielen Jahren, habe aber noch keine Wurzelfäule feststellen können.

Auch mische ich meine Bonsaierde selbst - nicht aus Akadama, Java oder Bims - sondern aus Kompost, Lehm und Kies.

Auch kaufe ich keine Bonsaierde oder Blumenerde, sondern stelle meine Erde selbst her, da ich einen Garten und einen Komposthaufen habe.

Auch kaufe ich keine Bonsai aus Japan-, China- oder Taiwanimport, sondern Pflege einheimische Bonsai, die ich oft am "Wegrand" finde.

So könnte ich noch lange weitermachen und weiter langweilen.

Ich hoffe nur, es regt ein wenig zum Nachdenken über den Geldbeutel an.

Gruß
Hajo.
Zuletzt geändert von Hajofix am 03.07.2003 um 22:25 Uhr.
 Hallo Hajo! 04.07.2003 (20:51 Uhr) Beppo
Hallo Hajo

> So könnte ich noch lange weitermachen und weiter
> langweilen.

Ich denke, daß Du uns keineswegs langweilst. Wir haben es in diesem Forum eben oftmals mit den Problemen von Anfängern zu tun. Selten lesen wir mal über spezielle Techniken oder spektakuläre Gestaltungen.

Nun gut, daß Forum hat sich eben in diese Richtung entwickelt. Wir lesen ständig davon, wie schwierig es ist, einen Bonsai am Leben zu erhalten. Und wir versuchen, hier ein wenig zu helfen oder den größten Frust zu mildern.

Aber es tut gut, auch mal ein Thema wie Substrat kontrovers zu diskutieren. Es muß ja nun wirklich nicht immer Acadama sein. Und eine Bonsai-Erde ist nicht das Ergebnis einer Hexenküche oder der chemischen Industrie - und ich finde es gut, daß Du das mal zum Ausdruck bringst. Und daß es eben auch keine allgemeingültige Rezeptur dafür gibt, sondern mehrere Wege zum Ziel führen.

Und daß Du uns daran erinnerst, daß wir uns umsehen sollen! Bonsai ist eben eine Beschäftigung mit der Natur - nicht nur der Natur ferner Länder, sondern auch unserer direkten Umgebung.

Und nachdenken müssen wir - nicht (nur) über den Geldbeutel - sondern über lebende Pflanzen und uns selbst. Und das, was wir erreichen wollen. Und über die Freude, die uns der Weg zu unserem Ziel machen sollte. Und auch darüber, ob nicht der Weg auch bereits das Ziel ist. Aber natürlich auch darüber, ob die Serissa von "Sternchen" noch eine Chance hat.

Also, schreib weiter das, was Du denkst! Es ist nicht langweilig! Deine Beiträge sind ein wichtiger Bestandteil hier im Forum und nicht selten ein wertvoller Denkansatz!

Leider sind wir viel zu selten in der Lage, Dir eine entsprechende Antwort zu geben. Und daher befürchte ich manchmal, wir würden Dich langweilen. Aber ich hoffe, die Beschäftigung mit Deinen Bäumen schafft Dir Ausgleich genug, daß Du unsere Problemchen ertragen kannst und uns mit Deinen Ratschlägen weiter zur Seite stehst.

Danke

Beppo
 Hallo Beppo! 04.07.2003 (22:01 Uhr) Hans Joachim Fix
> Hallo Hajo
>
> > So könnte ich noch lange weitermachen und weiter
> > langweilen.
>
> Ich denke, daß Du uns keineswegs langweilst. Wir haben es
> in diesem Forum eben oftmals mit den Problemen von
> Anfängern zu tun. Selten lesen wir mal über spezielle
> Techniken oder spektakuläre Gestaltungen.
>
> Nun gut, daß Forum hat sich eben in diese Richtung
> entwickelt. Wir lesen ständig davon, wie schwierig es
> ist, einen Bonsai am Leben zu erhalten. Und wir
> versuchen, hier ein wenig zu helfen oder den größten
> Frust zu mildern.
>
> Aber es tut gut, auch mal ein Thema wie Substrat
> kontrovers zu diskutieren. Es muß ja nun wirklich nicht
> immer Acadama sein. Und eine Bonsai-Erde ist nicht das
> Ergebnis einer Hexenküche oder der chemischen Industrie -
> und ich finde es gut, daß Du das mal zum Ausdruck
> bringst. Und daß es eben auch keine allgemeingültige
> Rezeptur dafür gibt, sondern mehrere Wege zum Ziel
> führen.
>
> Und daß Du uns daran erinnerst, daß wir uns umsehen
> sollen! Bonsai ist eben eine Beschäftigung mit der Natur
> - nicht nur der Natur ferner Länder, sondern auch unserer
> direkten Umgebung.
>
> Und nachdenken müssen wir - nicht (nur) über den
> Geldbeutel - sondern über lebende Pflanzen und uns
> selbst. Und das, was wir erreichen wollen. Und über die
> Freude, die uns der Weg zu unserem Ziel machen sollte.
> Und auch darüber, ob nicht der Weg auch bereits das Ziel
> ist. Aber natürlich auch darüber, ob die Serissa von
> "Sternchen" noch eine Chance hat.

Hi Beppo
Ich bin erfreuht und ebenso erstaunt, wie Du aus meinen wenigen Sätzen genau den Kern meines Denkens erkannt hast.
Du sprichst mir aus der Seele und beschreibst genau meine Gedanken.

Wenn doch die "Bonsai-Künst" nur nicht zur Wissenschaft erkohren würde - es könnte alles so einfach und so freudespendend sein. - Und wenn da nur nicht die so sehr verlockenden Angebote in den Baumärkten und Pflanzengroßmärkten wären - wieviel Frust würde manchem Bonsaifreund erspart bleiben.

Wie einfach ist es doch, aus einem einheimischen Bäumchen einen Bonsai zu "züchten", wo man doch den großen Bruder vor der Haustür hat, seine Bedürfnisse quasi vor Ort erkunden und studieren kann.

Ein japanischer Bonsai-Züchter wird wohl kaum einen, zB. in Europa heimischen Baum als Bonsai züchten wollen.
Er geht hinaus in die Natur und sucht sich einen Yamadori.

Können wir das nicht den alten japanischen Bonsai-Künstlern gleichtun ??


>
> Also, schreib weiter das, was Du denkst! Es ist nicht
> langweilig! Deine Beiträge sind ein wichtiger Bestandteil
> hier im Forum und nicht selten ein wertvoller Denkansatz!

Vielen Dank ! ich werde es als Kompliment auffassen.

> Leider sind wir viel zu selten in der Lage, Dir eine
> entsprechende Antwort zu geben. Und daher befürchte ich
> manchmal, wir würden Dich langweilen. Aber ich hoffe, die
> Beschäftigung mit Deinen Bäumen schafft Dir Ausgleich
> genug, daß Du unsere Problemchen ertragen kannst und uns
> mit Deinen Ratschlägen weiter zur Seite stehst.

na klar doch !!!!!!

>
> Danke
>
> Beppo

Auch ich danke
Hajo.
 Re: Hallo Hajo 04.07.2003 (22:37 Uhr) Anina
> Wenn doch die "Bonsai-Künst" nur nicht zur Wissenschaft
> erkohren würde - es könnte alles so einfach und so
> freudespendend sein. - Und wenn da nur nicht die so sehr
> verlockenden Angebote in den Baumärkten und
> Pflanzengroßmärkten wären - wieviel Frust würde manchem
> Bonsaifreund erspart bleiben.

Hallo Hajo,
jetzt komme ich und spiele hier den "advocatus diaboli"..
Ich weiß gar nicht, ob "Bonsaikunst" zur "Wissenschaft" erhoben wird. Aber wenn ich mir so manche Frage frischgebackener Bonsaibesitzer anschaue..
Dann spricht daraus oftmals sehr wenig Wissen und Kenntnis über die allgemeinsten Funktionen und Bedürfnisse, die Pflanzen so im allgemeinen haben.
Und da finde ich es gar nicht schlecht, wenn ein wenig "Wissen-schaft" ins Spiel gebracht wird.
Auch wenn seitens aller Bonsaienthusiasten immer wieder betont wird, wie gut es ihren Bäumen doch geht: das Bearbeiten von Pflanzenwurzeln, das Einpflanzen in sehr begrenzte Wurzelräume (=Schalen), das ständige Schneiden, Pinzieren, gerne auch Totholz-"Gestalten" ist für Pflanzen eine Gratwanderung.
Um sie am Leben zu erhalten bedarf es schon ein wenig Kenntnis über ihre grundlegenden Bedürfnisse und Funktionen. Viele von uns sind eben der Natur schon so
sehr "ent-wachsen", dass sie diese nicht mehr ohne weiteres
haben.

> Wie einfach ist es doch, aus einem einheimischen Bäumchen
> einen Bonsai zu "züchten", wo man doch den großen Bruder
> vor der Haustür hat, seine Bedürfnisse quasi vor Ort
> erkunden und studieren kann.

Mir ist das auch "sympathischer", aber denkst Du an all die vielen Menschen, die keinen Garten, nicht einmal einen Balkon ihr eigen nennen können?
Für die ist das überhaupt nicht möglich.
Und - was soll man denen nun mit auf den Weg geben:
"Tja - Pech gehabt, dann könnt ihr halt nicht Bonsai machen"?

> Ein japanischer Bonsai-Züchter wird wohl kaum einen, zB.
> in Europa heimischen Baum als Bonsai züchten wollen.
> Er geht hinaus in die Natur und sucht sich einen
> Yamadori.

Naja - und weil das die "japanischen Bonsai-Künstler" nun mal so machen, müssen wir hier es ihnen gleichtun?

Nur ein paar Gedanken..

Grüße,

Anina
 Hallo Anina 04.07.2003 (23:39 Uhr) Hans Joachim Fix
Hallo Anina
Wie Du selbst merkst, ist es wohl doch ein interessantes Thema !

>
> Hallo Hajo,
> jetzt komme ich und spiele hier den "advocatus diaboli"..
> Ich weiß gar nicht, ob "Bonsaikunst" zur "Wissenschaft"
> erhoben wird.
Mit "Wissenschaft" meine ich das Drumherum, was zu einer "Wissenschaft" gemacht wird.
ZB. Bonsaierde: Warum Akadama, Lavasplitt, Bims ?
Warum nicht Kompost, Lehm, Kies - naturnah und einheimisch ?

Warum eine Bonsai-Gießkanne aus Kupfer (für ca 99,00 Euro)?

> frischgebackener Bonsaibesitzer anschaue..
> Dann spricht daraus oftmals sehr wenig Wissen und
> Kenntnis über die allgemeinsten Funktionen und
> Bedürfnisse, die Pflanzen so im allgemeinen haben.
> Und da finde ich es gar nicht schlecht, wenn ein wenig
> "Wissen-schaft" ins Spiel gebracht wird.
So genommen hast du natürlich vollkommen Recht!
> Auch wenn seitens aller Bonsaienthusiasten immer wieder
> betont wird, wie gut es ihren Bäumen doch geht: das
> Bearbeiten von Pflanzenwurzeln, das Einpflanzen in sehr
> begrenzte Wurzelräume (=Schalen), das ständige Schneiden,
> Pinzieren, gerne auch Totholz-"Gestalten" ist für
> Pflanzen eine Gratwanderung.
> Um sie am Leben zu erhalten bedarf es schon ein wenig
> Kenntnis über ihre grundlegenden Bedürfnisse und
> Funktionen. Viele von uns sind eben der Natur schon so
> sehr "ent-wachsen", dass sie diese nicht mehr ohne
> weiteres
> haben.
- und warum dann eine japanische Zelkowe und nicht eine Birke, ein Ahorn, oder eine Kiefer ?
>
> > Wie einfach ist es doch, aus einem einheimischen Bäumchen
> > einen Bonsai zu "züchten", wo man doch den großen Bruder
> > vor der Haustür hat, seine Bedürfnisse quasi vor Ort
> > erkunden und studieren kann.
>
> Mir ist das auch "sympathischer", aber denkst Du an all
> die vielen Menschen, die keinen Garten, nicht einmal
> einen Balkon ihr eigen nennen können?
> Für die ist das überhaupt nicht möglich.
> Und - was soll man denen nun mit auf den Weg geben:
> "Tja - Pech gehabt, dann könnt ihr halt nicht Bonsai
> machen"?
Die Antwort wäre die richtige -
oder - versuche es mit einer alltäglichen Zimmerpflanze, wie "Ficus benjamina" oder "Myrte" und nicht mit "chin Ulme" oder "Serissa".

>
> > Ein japanischer Bonsai-Züchter wird wohl kaum einen, zB.
> > in Europa heimischen Baum als Bonsai züchten wollen.
> > Er geht hinaus in die Natur und sucht sich einen
> > Yamadori.
>
> Naja - und weil das die "japanischen Bonsai-Künstler" nun
> mal so machen, müssen wir hier es ihnen gleichtun?

Wir müssen nicht ! - aber ahmen wir im Grunde nicht diese jap. Bonsai-Künstler nach ?? oder wollen es zu mindest ?
Von dort ( oder besser gesagt, aus China) kommt doch diese Kunst. Wir wollen es ihnen gleich tun, warum tun wir es dann nicht ?

Gruß
Hajo.

>
> Nur ein paar Gedanken..
>
> Grüße,
>
> Anina
 Bonsai oder nicht Bonsai? 05.07.2003 (23:12 Uhr) Uwe Harwardt
Hallo Anina,

ich möchte hier weder Hajo noch Beppo vor Dir in Schutz nehmen, was beide auch nicht nötig haben, aber sie haben ein vielbeschriebenes Problem benannt und einen Lösungsweg aufgezeichnet.

> Aber wenn ich mir so manche Frage
> frischgebackener Bonsaibesitzer anschaue..
> Dann spricht daraus oftmals sehr wenig Wissen und
> Kenntnis über die allgemeinsten Funktionen und
> Bedürfnisse, die Pflanzen so im allgemeinen haben.

Leider ist das ziemlich oft der Fall, auch ich kann mich hier nicht ausschließen. Mich selbst hat die Faszination der kleinen Bäume vor mehr als 20 Jahren gepackt, als ich zum ersten Mal einen richtigen Bonsai gesehen habe. Ich habe weder Garten noch Balkon (Beppo übrigens auch nicht) und bekam tatsächlich einen Bonsai geschenkt. Einen "echten Zimmerbonsai". Nun, es war eine Olive, ziemlich teuer und ein Jahr später ziemlich tot! Und was habe ich nicht alles unternommen, den Baum am Leben zu erhalten. Umpflanzen, jede Fensterbank ausprobieren etc. Es blieb leider keine Zeit, sich am Baum zu erfreuen oder gar gestaltend tätig zu werden.

> Und da finde ich es gar nicht schlecht, wenn ein wenig
> "Wissen-schaft" ins Spiel gebracht wird.

Leider ist es dann aber meistens zu spät, wie wir immer wieder erfahren. Selten kommt jemand in's Forum und fragt, welchen Baum er sich zulegen soll. Und wenn er doch fragt, befriedigt die Antwort wohl kaum.

> Auch wenn seitens aller Bonsaienthusiasten immer wieder
> betont wird, wie gut es ihren Bäumen doch geht: das
> Bearbeiten von Pflanzenwurzeln, das Einpflanzen in sehr
> begrenzte Wurzelräume (=Schalen), das ständige Schneiden,
> Pinzieren, gerne auch Totholz-"Gestalten" ist für
> Pflanzen eine Gratwanderung.
> Um sie am Leben zu erhalten bedarf es schon ein wenig
> Kenntnis über ihre grundlegenden Bedürfnisse und
> Funktionen. Viele von uns sind eben der Natur schon so
> sehr "ent-wachsen", dass sie diese nicht mehr ohne
> weiteres
> haben.

Wie wahr! Nun sind Bonsai aber lebende Pflanzen. Und wer sich einen Bonsai kaufen/gestalten/"züchten" möchte, benötigt eben den berühmten "grünen Daumen". Wenn jemand keinen Bezug zu Pflanzen hat, sollte er auch nicht mit einem Bonsai beginnen.

> Mir ist das auch "sympathischer", aber denkst Du an all
> die vielen Menschen, die keinen Garten, nicht einmal
> einen Balkon ihr eigen nennen können?

Ich tue das ganz sicher, denn ich falle selbst in diese Kategorie. Beppo übrigens auch. Und er ist deutlich fortgeschrittener, als er es uns hier im Forum manchmal glauben machen möchte.

(Hallo Beppo, keine Angst, ich werde Dich nicht enttarnen, aber dafür stellst Du mir eine Flasche Bier mehr in den Kühlschrank als üblich, okay?)

> Für die ist das überhaupt nicht möglich.
> Und - was soll man denen nun mit auf den Weg geben:
> "Tja - Pech gehabt, dann könnt ihr halt nicht Bonsai
> machen"?

So weit muß es ja nicht kommen. Natürlich sollen sich diese Leute auch einen Bonsai machen. Aber eben nicht Serissa, sondern aus Pflanzen, die für unser Wohnzimmer-Klima geeignet sind.

> > Ein japanischer Bonsai-Züchter wird wohl kaum einen, zB.
> > in Europa heimischen Baum als Bonsai züchten wollen.
> > Er geht hinaus in die Natur und sucht sich einen
> > Yamadori.
>
> Naja - und weil das die "japanischen Bonsai-Künstler" nun
> mal so machen, müssen wir hier es ihnen gleichtun?

Gleichtun nicht, aber die wesentlichen Merkmale seiner Tätigkeit sollten wir mit großem Interesse zur Kenntnis nehmen: Er gestaltet aus Pflanzen, die er kennt. Und er weiß, wie diese Pflanzen leben.

In unseren Wohnungen gedeihen problemlos eine große Zahl diverser Ficus-Sorten. Und solange es nicht gerade Ficus elastica (der gemeine Gummibaum) ist, sind sie auch zur Gestaltung als Bonsai geeignet. Und niemand wird Dich daran hindern, Tante Marthas lange gehegte Birkenfeige als Rohmaterial zu nehmen, um diesen "Großstadt-Yamadori" zu gestalten - außer vermutlich Tante Martha ;-)

Denn nur wenn unsere Bäume ohne große Mühe wachsen und gedeihen, können wir mit dem Gestalten beginnen. Und das ist es, was einen Bonsai ausmacht: die Gestaltung. Und hier schließt sich ein Kreis, dessen Anfang wir alle kennen: "Bonsai? Sind das nicht diese Krüppelsträucher?" Haben wir alle oft genug gehört und empört widersprochen. Aber gelegentlich müssen wir zugeben, daß es wohl doch so ist. Mühevoll fristet ein subtropisches Gewächs sein Leben in einer zu kleinen Schale in ungeeigneter Erde, die Temperatur ist weder im Sommer noch im Winter angemessen und Dünger gibt es nur mal zu Ostern. Also will das Bäumchen nicht richtig grün werden und kämpft zudem ständig gegen Parasiten mit mindestens 6 Beinen. Und jeden Tag sammeln wir die herabgefallenen Blätter auf und ärgern uns... über diesen Krüppel.

Laßt uns also lieber einen Baum gestalten, der gesund ist und wächst und uns nicht ständig um sein Leben bangen läßt!

Uwe von Bonsaigestaltung.de
 Re: Bonsai oder nicht Bonsai? 06.07.2003 (12:06 Uhr) Beppo
Hi Uwe,

> (Hallo Beppo, keine Angst, ich werde Dich nicht
> enttarnen, aber dafür stellst Du mir eine Flasche Bier
> mehr in den Kühlschrank als üblich, okay?)

Sollst Du haben!

> Laßt uns also lieber einen Baum gestalten, der gesund ist
> und wächst und uns nicht ständig um sein Leben bangen
> läßt!

Sag' ich doch auch immer, aber selbst Du hörst mir nicht richtig zu, zumindest nicht immer. Möchtest Du uns nicht verraten, wieviele Olea Du inzwischen verloren hast? Die Fensterbank im Flur war nie der richtige Standort und wird es auch niemals werden. Bleib' beim Ficus und lerne endlich, den Baum einigermaßen ansehnlich zu gestalten!

Beppo

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