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 Herbstdünger 25.08.2004 (17:23 Uhr) Benjamin61
hallo,
wer kann mir einen guten herbstdünger(phosphat,kali)
empfehlen?
besitze fichte, eibe, apfel, linde, buche, usw.
gilt die herbstdüngung auch für indoor(ficus)?
 Re: Herbstdünger 25.08.2004 (21:30 Uhr) Uwe Harwardt
Hallo Benjamin,

schau Dir mal folgenden Dünger an:

LEBOSOL-Kalium-Plus, das ist eine NPK-Dünger-Lösung 3:27:18 mit Spurenelementen. Auf der Homepage von Lebosol findest Du weitere Informationen, hier [Link entfernt, weil Linkziel leider nicht mehr verfügbar] ist der deep link direkt zum Produkt.

Eine Alternative wäre, einen Herbstdünger selbst anzumischen. Hier würde sich folgende Zusammensetzung empfehlen: 1 Teil Hornmehl, 4 Teile Knochenmehl, 2 Teile Kali-Magnesia in fein gemahlenem Zustand gut vermischen. Diese Mischung kannst Du ab September 2 mal im Abstand von etwa 4 Wochen auf die Erdoberfläche streuen und gut einwässern. Da es sich dabei teilweise um organische Substanzen handelt, müssen die Nährstoffe durch Mikroorganismen im Boden "aufgeschlossen" werden. Gleichzeitig sinkt aber die Gefahr einer Überdüngung. Für jeweils 20 cm² Schalenfläche genügt ein Teelöffel voll.

Uwe
 Re: Herbstdünger 26.08.2004 (11:17 Uhr) Benjamin61
> Hallo Benjamin,
>
> schau Dir mal folgenden Dünger an:
>
> LEBOSOL-Kalium-Plus, das ist eine NPK-Dünger-Lösung
> 3:27:18 mit Spurenelementen. Auf der Homepage von Lebosol
> findest Du weitere Informationen, hier ist der deep link
> direkt zum Produkt.
>
> Eine Alternative wäre, einen Herbstdünger selbst
> anzumischen. Hier würde sich folgende Zusammensetzung
> empfehlen: 1 Teil Hornmehl, 4 Teile Knochenmehl, 2 Teile
> Kali-Magnesia in fein gemahlenem Zustand gut vermischen.
> Diese Mischung kannst Du ab September 2 mal im Abstand
> von etwa 4 Wochen auf die Erdoberfläche streuen und gut
> einwässern. Da es sich dabei teilweise um organische
> Substanzen handelt, müssen die Nährstoffe durch
> Mikroorganismen im Boden "aufgeschlossen" werden.
> Gleichzeitig sinkt aber die Gefahr einer Überdüngung. Für
> jeweils 20 cm² Schalenfläche genügt ein Teelöffel voll.
>
> Uwe

ist ja ein megadünger, gibt es aber nur im 10l gebinde.
das p:k:verhältnis erscheint mir sehr hoch.wie ist es außerdem bei indoors?
kann mich außerdem nicht entscheiden, ob mineralisch oder organisch.vor- und nachteile?
wann sollte man die herbstdüngung vornehmen?

danke
 Re: Herbstdünger 26.08.2004 (15:42 Uhr) Uwe Harwardt
Hallo Benjamin,

> ist ja ein megadünger, gibt es aber nur im 10l gebinde.

Stimmt, aber vielleicht gibt es bei Dir in der Nähe eine Baumschule? Auch die Baumgärtner bringen eine Herbstdüngung aus, eventuell kannst Du ja ein Tässchen Dünger schnorren oder gegen einen bescheidenen Beitrag zur Kaffeekasse eintauschen. Fragen kostet nix...
In den meisten Baumschulen werden Bonsaifreunde recht nett behandelt - möglicherweise hält man uns dort für eine schützenswerte Spezies :)

> das p:k:verhältnis erscheint mir sehr hoch.

Nun, eine klassische Herbstdüngung eben

> wie ist es außerdem bei indoors?

Da die Indoor eigentlich keinen "Winterschlaf" halten, gebe ich ihnen keine spezielle Herbstdüngung. Wenn es beginnt, tagsüber dunkler zu werden, fahren die Indoor ihr Wachstum herunter. Dann bekommen sie weniger Dünger. Größere Düngergaben in der dunklen Jahreszeit könnten das Wachstum wieder anheizen, aber aufgrund des fehlenden Sonnenlichtes wird der neue Austrieb zwischen den Blattknospen zu lang - die Bäumchen "vergeilen" regelrecht.

Lediglich bei Kalthausbonsai könnte eine Herbstdüngung angebracht sein... Aber da habe ich keine Ahnung...

> kann mich außerdem nicht entscheiden, ob mineralisch oder
> organisch.vor- und nachteile?

Organischer Dünger muß erst "aufgeschlossen" werden. Er liegt in Verbindungen vor, welche eine Pflanze nicht nutzen kann. Erst die Mikroorganismen im Boden können den organischen Dünger zersetzen und somit auch für Pflanzen nutzbar machen. Das dauert aber eine gewisse Zeit. Eine organische Düngung hält länger an und die Gefahr einer Überdüngung ist relativ gering.

Mineralische Dünger liegen als Salze vor. Diese werden von Wasser gelöst und stehen den Pflanzen sofort zur Verfügung. bei mangelerscheinungen kann man mit mineralischen Düngern sehr schnell reagieren. Der Nachteil ist, daß mineralische Dünger sehr schnell zu einer Überdüngung führen, wenn man nicht sehr sorgfältig dosiert.

> wann sollte man die herbstdüngung vornehmen?

Die Literatur vermerkt dazu den Zeitraum von Ende September bis Anfang Oktober. Dabei wird allerdings eine mineralische Düngung vorausgesetzt. Sicher ist der richtige Zeitpunkt aber auch von der geographischen Lage abhängig. Je früher die Blätter fallen, desto früher muß mit der Herbstdüngung begonnen werden.

Solltest Du Dich für eine organische Herbstdüngung entscheiden, würde ich wie bereits geschrieben, zweimal düngen und zwar einmal Anfang September und nocheinmal im Oktober.

Aber auch dazu könntest Du eventuell mal in einer örtlichen Baumschule nachfragen - die müssen nämlich dasselbe Problem lösen. Na, sie werden es bereits gelöst haben, nehme ich an :)

Uwe
 Re: Herbstdünger 27.08.2004 (00:38 Uhr) Benjamin61
hallo uwe,

vielen dank für die umfangreichen erklärungen.
ich war heute im gartencenter und habe sämtliche düngersorten studiert. jetzt bin ich total verwirrt.
dünger fest, flüssig, organ., mineral., organ.-mineral.
und mit zugaben von eisen usw.
in fester form habe ich thomaskali entdeckt, erscheint mir brauchbar zu sein. ist solcher mineral. oder organ., könnte ich ihn verwenden?
würde nur probleme in der dosierung sehen.
welche vorteile haben organ.-mineral. dünger?

benjamin



 Re: Herbstdünger 03.10.2004 (09:27 Uhr) Klaus Schuenemann
Hallo Uwe,

haben mir mal Lebosol Kalium-Plus angesehen und tatsächlich 1 Ltr. ergattern können.

Kannst Du mir zwei Tipps geben:

- ist Anfang Oktober Deiner Meinung nach schon zu spät für eine Herbstdüngung für Outdoors

- Lebosol Kalium-Plus ist ein Blattdünger mit 3:27:18 für den Erwerbsgartenbau. Bin durch die "hohen Zahlen" verwirrt und finde nirgends Rat für ein verträgliches Mischungsverhältnis für eine Bonsaidüngung. (Lebosol-Datenblatt besagt 3%N=42Ng/l  / 27%P=378gP2O5/l  /  18%K=252g K2O/l )

Beste Gruesse.
Klaus
 Re: Herbstdünger 05.10.2004 (22:29 Uhr) Uwe Harwardt
Hallo Klaus,

mit Deinem Fäßchen Lebosol hast Du wohl einen guten Griff getan.

Ob Anfang Oktober bereits zu spät ist, kann ich so einfach nicht feststellen. Es hängt wohl auch mit Deiner geografischen Lage ab. Wenn die Herbstfärbung Deiner Bonsai gerade eben erst eingesetzt hat, würde ich noch eine schwache Düngergabe versuchen, bei bereits beginnendem Blattfall erscheint es mir zu spät. Mußt Du also mal selbst sehen, wie weit der Herbst bei Dir schon fortgeschritten ist. Zwei dünne Düngergaben im Abstand von zwei Wochen ist allemal besser als eine Dicke!

Zu der Dosierung möchte ich mich mangels Erfahrung auch lieber etwas zurückhaltend äußern. Mit einer Dosierung von 1 ml Dünger auf 2 l Wasser solltest Du auf der sicheren Seite sein. Ansonsten hoffe ich auf energischen Widerspruch von Jedem, der es besser weiß!

Allerdings würde ich diese Mischung gießen statt die Methode der Blattdüngung anzuwenden und dabei das Pflanzsubstrat zumindest an der Oberfläche bereits vorher gut anfeuchten, um eine schnelle Aufnahme und Verteilung des Düngers zu verbessern.

Uwe
 Re: Herbstdünger 06.10.2004 (19:18 Uhr) Unbekannt
Hallo Klaus,

besten Dank für Deinen Rat.

Auf dem balkon hat in München die Herbstfärbung noch nicht eingesetzt; geht nach Nord-West. Im garten war ich lange nicht mehr, muss ich mal schauen.

Also, Lebosol Kalium-Plus ist heute gekommen und dort ist zu lesen, dass sie während der Vegetationsperiode 0,2-0,3%ige Lösung über das Blatt bei Zierpflanzen und Rosen vorschlagen.

Dein Rat von 1ml auf 2 Liter Wasser würde, wenn ich mich nicht irren, eine Lösung mit 0,05% sein, was sicher auf der sicheren Seite sein dürfte. Ich glaube ich werde es so einmal probieren.

Beste Gruesse.
Klaus.
 Re: Herbstdünger 11.10.2004 (11:53 Uhr) Andy-II
Hi Klaus

Der Rosenmwert (0,2 - 0,3 %) ist für Bonsai sicher zu hoch. Rosen brauchen an sich sehr viel, dazu haben sie bekannetrmassen einen extremen Grünmassenzuwachs in der Hauptwachstumszeit.

Die Angabe von Uwe (0,05 %) ist bestimmt auf der sicheren Seite, ich habe mit 0,2 % schon mal (später sichtbar) zuviel des Guten getan.

Gruss
Andy
 Hallo Uwe und Andere 28.08.2004 (11:27 Uhr) Benjamin61
bist du nicht mehr online?
wer kann sonst noch anmerkungen zum thema machen?

danke

 Re: Hallo Uwe und Andere 28.08.2004 (13:34 Uhr) Der Beppo
Uwe wird sicher noch was dazu schreiben, aber er ist eben auch Familienvater und muß sich gelegentlich auch mal um seine Tochter kümmern!

Organisch-mineralische Dünger bestehen teilweise aus organischen, teilweise aus mineralischen Substanzen. Sie wirken sehr schnell (mineralischer Anteil), aber die Wirkung hält auch länger an (organischer Anteil).

Mußt aber bei der Dosierung etwas sorgfältiger sein als bei rein organischen Düngern.

Beppo
 Re: Hallo Uwe und Andere 28.08.2004 (16:12 Uhr) Andy-II
Hi Benjamin

teils hast die die Antworten schon - Uwe hat sich sehr detailliert geäussert. Andererseits verstehe ich deine Verwirrung sehr gut: Das Düngerangebot in Läden ist eigentlich eine Zumutung.

Denk einfach daran: Sobald etwas eine gewisse Verbreitung erreicht hat, wie das Gärtnern etwa, ist es ein Business. Du bist ein potentieller Geldausgeber, also scharen sich die Geldbedürftigen um sich und bieten dir an, was du suchtest...

Nochmals zusammengefasst:
Bäume brauchen gewisse Dosen verschiedener Mineralsalze. Diese variieren von Art zu Art und auch bezüglich der Saision. Wachstumsfördernde Substanzen bringen im Herbst nichts, darum die typische Herbstdüngung, wie sie Uwe beschrieben hat.

«Mineralische Dünger» heissen so, weil sie chemisch gesehen lauter anorganische Substanzen aufweisen: Nitrate, Phosphate, Chloride usw. - wie ein Mineralwasser. Das hat den Vorteil, dass sie direkt über die Wurzel aufgenommen werden können. Es hat den Nachteil, dass sie sich ablagern und schädliche Konzentrationen bilden können.

«Organische Dünger» weisen Substanzen aus der organischen Chemie auf: Die Mineralien sind in grossen Kohlenwasserstoffmolekülen eingebettet. Diese müssen erst aufgeschlossen werden, durch Bakterien und Pilze im Boden «verdaut» , bevor sie dem Baum zur Verfügung stehen. Das bannt zwar die Gefahr der Überdüngung, heisst aber, dass sie dem Baum nicht gleich zur Verfügung stehen.

Es geht also um die individuelle Situation: Hat dein Baum einen akuten Mangel, solltest du mit mineralischem Dünger intervenieren. Bücher geben dir Hinweise, welcher Mangel sich wie auswirkt - darauf kannst du bei der Zusammensetzung achten. Bist du unsicher, nimm einen «Universaldünger» (der bekannteste dieser Art ist wohl «Wuxal»).

Organische Dünger sind in ihrer Zusammensetzung und ihrem physikalischen Verhalten extrem verschieden. Gartenbaucenter können dir in Sachen Bonsai oft nur bedingt helfen. Die Gegebenheiten in einem Garten sind total andere - denk schon nur an die unterschiedlichen Dimensionen in Bezug auf das Erdvolumen, die beteiligten Organismen etc.

Wenn es um Bonsai geht, sind ganz klar die braunen Düngerkugeln Trumpf, die du im Bonsai-Fachhandel findest. Es ist Trockenware, du kannst sie gut übers Internet bestellen.

Beachte vor allem, dass dein Baum nicht in akuter Gefahr ist. Eine Herbstdüngung ist ehrlich gesagt «nice to have». Sicher - sie wird einem gesunden Baum etwas bringen. Möglich, dass ein, zwei Triebe verdorren im Frühjahr, wenn man sie nicht macht. Meine Beobachtung ist aber, dass der Spielraum eines Baums viel grösser ist, als wir uns das manchmal denken. Jedenfalls sollte man Bäume nicht panisch behandeln, denke ich.
 was soll ich da noch hinzufügen? [ohne Text] 29.08.2004 (21:57 Uhr) Uwe Harwardt
 Danke 31.08.2004 (13:50 Uhr) Benjamin61
vielen dank an euch.
ihr konntet mir weiterhelfen.

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