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 Bonsai-Info-Archiv
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 Stammverdickung 05.11.2006 (14:34 Uhr) Mieze
Hallo Bonsaifreunde!
Ich habe mir eine 5Jahre alte Ulme (Ulmus parvifolia)zugelegt. Der Stamm ist unten dünn und wird oben etwas dicker.Also wollte ich am Wurzelansatz einen Draht um den Stamm wickeln, um den Stamm unten zu verdicken.
Das Problem: Auf der rechten Stammseite ist eine dicke
Wurzel im Weg. Ich kann den Draht also nich um den Stamm wickeln. Kann mir jemand helfen? Gruß
 Re: Stammverdickung 06.11.2006 (22:56 Uhr) Rolf Unger
> Hallo Bonsaifreunde!
> Ich habe mir eine 5Jahre alte Ulme (Ulmus
> parvifolia)zugelegt. Der Stamm ist unten dünn und wird
> oben etwas dicker.Also wollte ich am Wurzelansatz einen
> Draht um den Stamm wickeln, um den Stamm unten zu
> verdicken.
> Das Problem: Auf der rechten Stammseite ist eine dicke
> Wurzel im Weg. Ich kann den Draht also nich um den Stamm
> wickeln. Kann mir jemand helfen? Gruß


Hallo Mieze,

bin kein Profi, probiere aber diese Methode der Stammverdickung bei der chin. Ulme auch gerade aus. Bei dieser Methode wird ja ein Ring ÜBER dem Wurzelansatz empfohlen. Wenn er dich stört, buddle die Wurzel doch vorübergehend ein. Wenn die Methode funktioniert, hast Du beides - dickeren Stamm und Wurzel. Wenn nicht, hast Du immer noch die Wurzel. Mehr fällt mir dazu auch nicht ein. Gruß Rolf
 Re: Stammverdickung 07.11.2006 (10:55 Uhr) christophII
Hi..
poste mal ein Bild vom Bäumchen... eventuell würde sich ein abmoosen über der Problemstelle anbieten. Der Vorteil könnte dann ein schönes Nebari und eine bessere Verjüngung sein.

eine andere Möglichkeit, die ich selber noch nicht gemacht habe, wäre eine kleine Löcher mit einer dicken Nadel in den Stamm zu pieksen, dadurch kann man auch eine leichte Verdickung erreichen.

Grüsse
Christoph
 Re: Stammverdickung 07.11.2006 (20:52 Uhr) Uwe Harwardt
Hallo Mieze,

die Methode mit der Drahtschlinge ist mir auch bekannt. Ob sie allerdings bei Ulmus parvifolia überhaupt mit nennenswertem Erfolg angewandt werden kann, weiß ich nicht zu sagen. Das hilft besonders gut bei stark wüchsigen Bonsai wie Ahorn etc.

Wie Christoph schon geschrieben hat, wäre ein Foto vom derzeitigen Stammansatz mit der erwähnten Wurzel nicht schlecht.

Eventuell wäre es nämlich denkbar, zwar nicht gleich abzumoosen, aber dennoch zusätzliche Wurzeln auf der Höhe der derzeitigen Erdoberfläche anzuregen. Hierzu wird die Erde um den Stamm wenige Millimeter abgetragen und mit einem Nagelbohrer rund um den Stamm etwa 2 Millimeter große Löcher bis ins Holz gebohrt. Die Bohrlöcher mit etwas(!) Wurzelhormon bestäuben und mit feuchtem Moos (Spagnum) abdecken. Nun noch ein wenig Folie darum wickeln, damit die behandelte Stelle niemals richtig trocken wird. Nun sollten sich an den "Wunden" neue feine Wurzeln bilden, die nach und nach stärker werden. Im Laufe der Zeit kannst Du nun die weiter unten liegenden alten Wurzeln immer mehr zurücknehmen um das Wachstum der neuen zu fördern. Mit deren Dickenwachstum wird auch eine Verdickung des unteren Stammbereiches einhergehen. Nur solltest Du jetzt im Winter nicht mehr damit beginnen. Zu Anfang der Wachstumsphase im Frühjahr wäre ein geeigneter Termin.

Aber laß uns doch mal ein Bild sehen, vielleicht läßt sich die große vorhandene Wurzel ja dazu verwenden, die zu dünne Stelle optisch etwas zu kaschieren? Das erspart zumindest einen "chirurgischen Eingriff".

Uwe
 Re: Stammverdickung 08.11.2006 (13:37 Uhr) _momo
Tag schön,

ich muss gestehen, ich hab von dieser Stammverdickungsmethode mit Drahtschlinge noch nie was gehört. Könntet ihr mir das vielleicht kurz erklären?

Danke schonmal und LG Tine
 Re: Stammverdickung 08.11.2006 (23:07 Uhr) rolfd40
> Tag schön,
>
> ich muss gestehen, ich hab von dieser
> Stammverdickungsmethode mit Drahtschlinge noch nie was
> gehört. Könntet ihr mir das vielleicht kurz erklären?
>
> Danke schonmal und LG Tine



Hallo Tine,

bei dieser Methode soll im Frühjahr ein Drahtring über dem Wurzelansatz eng um den Stamm gelegt werden. Dabei blähe sich der Stamm über dem Ring dann auf. Es wird aber auch darauf hingewiesen, dass das allgemeine Wachstum des Bäumchens für die nachfolgende Wachstumsperiode dann etwas eingeschränkt ist, da ja kein ungehinderter Saftstrom nach oben stattfindet. Bin gerade dabei es zu versuchen.
(Quelle: Wolfgang Kawollek, Das praktische Bonsaibuch, S. 140. Ulmer)

Gruß Rolf
 Re: Stammverdickung 09.11.2006 (15:28 Uhr) _momo
Also danke erstmal!

Aber das sieht doch dann blöd aus oder? Wenn der Stamm überdem Ring dicker ist als darunter, oder wird der Stamm dann bis zur Verdickung eingebuddelt? Dann geht doch allerdings ein schönes Nebari verloren soweit vorhanden.  *verwirrt-sei*

Tine
 Re: Stammverdickung 09.11.2006 (23:22 Uhr) Uwe Harwardt
Hi Tine,

der Ring wird natürlich direkt oberhalb des Nebari angelegt, eigentlich gibt es also keinen "Stamm" unterhalb des Ringes. Die zwei Millimeter verwachsen sich innerhalb eines Sommers.

Uwe
 Re: Stammverdickung 09.11.2006 (23:51 Uhr) Uwe Harwardt
Hallo Rolf,

bitte erlaube mir eine korrigierende Anmerkung:

> Es wird aber auch darauf hingewiesen,
> dass das allgemeine Wachstum des Bäumchens
> für die nachfolgende Wachstumsperiode dann
> etwas eingeschränkt ist, da ja kein ungehinderter
> Saftstrom nach oben stattfindet.

Ich kann im Moment leider nicht nachlesen, was Kawollek dazu geschrieben hat. Allerdings wird der nach oben fließende Saftstrom nicht behindert!

Nach oben fließt es nämlich im Xylem, genauer gesagt im Splintholz. Durch den Ring wird aber lediglich das Phloem abgeschnürt, der Bast, welcher im Gegensatz zum Xylem außerhalb des Kambiums liegt und den Transportweg von den Blättern in Richtung Wurzel darstellt.

Der Wachstumsverzug kommt eher dadurch zustande, daß das Wurzelwachstum aufgrund der reduzierten Nährstoffmenge zurückbleibt und nicht mit dem Wachstum der Blattmasse, welche problemlos versorgt wird, mithalten kann.

Besonders bei Ulmen muß übrigens darauf geachtet werden, daß der Ring nicht zu fest angezogen wird. Drückt er nämlich tatsächlich auch den Splint ab, ist es aus mit dem Ulmenbonsai. Okay, wäre es bei jedem anderen Baum auch, aber Ulmen haben einen dünnen Splint.

Das berüchtigte »Ulmensterben« ist eine Infektions-Krankheit, die letztendlich dazu führt, das sich die Ulme selbst den »Splint zudreht«. Und was danach folgt, sagt ja schon der Name.

Andererseits: Wenn der Draht derart eng angelegt wird, daß er den Splint abquetscht, ist das Kambium schon lange im ... (naja, Du weißt schon)

Innerhalb des Splintholzes kommt übrigens das Kernholz. Da fließt es weder rauf noch runter. Da ist es nur noch hart und hält den Baum aufrecht. Und später hält das Kernholz noch das Dach. Und wenn's gutes Kernholz ist, hält es viele hundert Jahre. Splintholz aber ist weich. Wenn Du irgendwo einen frischen Baumstumpf findest, erkennst Du das Splintholz daran, daß es in der Regel deutlich heller ist als Kernholz.

Jetzt hab' ich wieder viel mehr geschrieben, als ich eigentlich wollte...

Uwe
Zuletzt geändert von Uwe Harwardt am 10.11.2006 um 00:01 Uhr.
 Re: Stammverdickung 09.12.2006 (23:53 Uhr) rolfd40
Hallo Uwe

lehrreiche korrigierende Anmerkungen finden immer Eingang in mein Gehör.

Danke Rolf

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