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 Bonsai-Info-Archiv
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 Bemoosen, sinnvoll oder nicht? 05.03.2007 (23:53 Uhr) rolfd40
Hallo Bonsaifreunde,

die Literatur gibt zu diesem Thema wenige, zum Teil auch widersprüchliche Aussagen her.
Darum meine Frage an die Praktiker:

Wie macht man es? Wer hat es schon gemacht? Tips und Tricks? Sinn und Zweck?

Freue mich auf jede Antwort,
Gruß Rolf

Hallo Rolf
Meiner Meinung nach gibts keinen Sinn oder Unsinn in Sachen Moos. Es ist reine Kosmetik, und das ist bekanntlich Geschmacksache. Nur eine vollstaendige Moosdecke erschwert den Wassergehalt des Substrats zu erkennen, aber da gibts Tricks, wie, nach dem Gewicht des Topfes zu entscheiden. Ich persoenlich bemoose manchmal durch auflegen von gesammeltem Moosstueckchen.. oder trockne diese und zermalme diese und streue sie aufs Substrat... andererseits machts die Natur auch selber, geht einfach laenger..
Bei indoors neheme ich es gewoehnlich ueber den Winter weg, weil es sehr oft zu faulen beginnt, aber es gibt Moose dies schaffen, hab grad eins, das sich, wie schonmal erwaehnt, gut haelt diesen Winter.

Gruss
Christoph
 Geschäftsidee 06.03.2007 (22:14 Uhr) rolfd40

Hallo Christoph,

das wäre doch eine Geschäftsidee:
Du züchtest dein Moos in größeren Mengen, pulverisierst es und verkaufst es über e-Bay oder sonstwo als Bemoosungspulver für gutes Geld. Den ersten Kunden hättest du schon.

Gruß Rolf
Spaß muss sein!

Zuletzt geändert von rolfd40 am 06.03.2007 um 22:15 Uhr.
 Re: Geschäftsidee 07.03.2007 (07:51 Uhr) christophII
hmmmm....Naja, wäre mit viel Arbeit und vielen Töpfen zum züchten sicher realisierbar, aber da ich eh schon knapp mit dem Platz bin, kaufe ich lieber noch ein Bäumchen dieses Jahr, bin egoist und schau erst mal auf mich und dass ich Spass habe :-)

Gruss

Christoph
 Re: Bemoosen, sinnvoll oder nicht? 07.03.2007 (21:27 Uhr) Uwe Harwardt
Hallo Rolf,

über die Nachteile hat Christoph ja bereits geschrieben. Ich möchte hier noch dazufügen, daß es sehr vom Substrat abhängt, ob Du einen schönen Moosteppich erhälst. Auf reinem Akadama zum Beispiel wird das richtig schwierig. Hier bietet sich an, Moos nach der Methode "Rollrasen" aufzubringen. Aber auch dann ist eine überzeugende Moosschicht nur selten zu erreichen. Substrate mit höherem Anteil organischen Materials begünstigen dagegen einen Moosteppich, besonders wenn zuvor eine schöne glatte Oberfläche gepinselt wurde.

Ob Moos sein soll oder nicht ist tatsächlich eine Frage der Ästhetik. In großen flachen Schalen kann ein Moosteppich sehr überzeugend wirken, besonders bei streng aufrechten Laubbäumen. Diese Baumform findet sich in der Natur oft als einzeln stehender Baum auf einer Wiese oder großen Lichtung. Wenn es dort kein Gras um den Baum gäbe, würde es uns befremden. Auch bei Gestaltungen mit kleinen Felsbrocken erwecken einzelne Moospolster den Eindruck einer Landschaft, besonders wenn zwischen den Moospolstern noch Geröll etc zu finden ist. Dort wird die Grenze zu Penjing fließend...

Allerdings darf weder am Stammansatz noch auf den oberflächlichen Wurzeln Moos zu sehen sein. Das Moos sollte also immer zwischen den Wurzeln wachsen, ein kleiner Abstand ist angemessen. Bei offiziellen Ausstellungen mit Bewertung durch den BCD gäbe es sonst dicke Abzüge in der B-Note.

Aber selbst wenn man die klassischen Regeln zur Gestaltung außer Acht läßt, auf den Wurzeln sieht's einfach falsch aus. Und gesund ist es auch nicht gerade, da es ja die Rinde ständig feucht halten würde...

Irgendwo habe ich mal bei einem Händler gesehen, daß dort Moos quadratmeterweise gezogen und später tatsächlich wie Rollrasen abgehoben wurde. Ich kann mich leider nicht mehr daran erinnern, wo das war.

Uwe
 Re: Bemoosen, sinnvoll oder nicht? 08.03.2007 (23:32 Uhr) rolfd40

Hallo Uwe,

danke für Deinen Beitrag. Den Bewertungskriterien des BCD werde ich nicht gerecht werden können und wollen.

Wie wohl vielen hier geht es mir in erster Linie um die Freude, ein Bäumchen wachsen zu sehen und es mit den mir zur Verfügung stehenden Mitteln und Möglichkeiten zu gestalten. Dazu kommt die Neugier, das Machbare auszuloten.

Vor einigen Tagen war ich bei einem Bonsai-Seminar für Anfänger. Dort wurde vermittelt, ein Ficus-Wäldchen zu gestalten. Das hierbei verwendete Moos gefällt mir dazu nicht. Der Habitus stimmt nicht.

Die Frage Moos allgemein haben Christoph und Du schon beantwortet. Bei einem Wäldchen fände ich kleine Pölsterchen zwischen Steinen auch sehr wünschenswert.

Den Vorschlag von Christoph habe ich deshalb aufgegriffen und Moos auf großen Steinen abgeschabt und getrocknet. Nach dem Pulverisieren werde ich zum Test ein wenig auf einen kleinen Topf mit Anzuchterde streuen und bei Erfolg das Wäldchen "bemoosen".

Gruß Rolf

 Re: Bemoosen, sinnvoll oder nicht? 09.03.2007 (19:47 Uhr) Uwe Harwardt
Hallo Rolf,

es lohnt sich, das trockene Moos mit der drei- bis vierfachen Menge Sand zu zerreiben, es läßt sich dann gleichmäßiger aufstreuen.

Mache auch mal Versuche mit verschiedenen Moossorten, nicht jedes wird gedeihen und noch weniger werden lange im Ficus-Wald überleben.

Nur vor dem Lebermoos mußt Du Dich in Acht nehmen, es würde zwar ziemlich gut gedeihen, ist aber nicht geeignet. Aber vermutlich wirst Du sowieso keinen Gefallen daran finden.

Nur wer verzweifelt nach "Grün" sucht und zum Schluß fast vor der Entscheidung steht, zur Lackdose zu greifen, würde mit Lebermoos vorlieb nehmen. Und erlaube Dir nun bloß nicht, uns einreden zu wollen, solche Leute könne es garnicht geben.

Ich habe auf einer regionalen Bonsaiausstellung im letzten Jahr Bäume gesehen, bei denen die Erdoberfläche mit gefärbtem Granulat bestreut war, in blau! Keine Ahnung, was uns das sagen soll... Interessanterweise wurde die seltsame Erscheinung vom Bewerter des BCD wohlwollend begutachtet.

Was uns zu der Überlegung führt, ob wir nicht eine Diskussion über die entsprechenden Bewertungsrichtlinien führen sollten. Und auch gleich meine Meinung dazu: Von mir aus nicht! Ich persönlich habe überhaupt keine Ambitionen, den Kriterien zu folgen. Ich habe keine Lust, meine Bonsai vergleichen und bewerten zu lassen, weil ich kein Interesse habe, Miniaturbäume nach Kochbuch zu machen. Ich mag meine Bäume so, wie ich sie sehe. Naja, ich würde sie gern so sehen, wie ich sie mir vorstelle. Irgendwie will das zumeist nicht gelingen, aber das ist auch nicht schlimm. Dann habe ich wenigstens immer was zu tun. Und das macht mir eine Menge Spaß!

Uwe
Zuletzt geändert von Uwe Harwardt am 10.03.2007 um 08:30 Uhr.
 Re: Bemoosen, sinnvoll oder nicht? 15.03.2007 (23:31 Uhr) rolfd40

> Auf reinem Akadama zum Beispiel wird das richtig schwierig.

Hallo Uwe,

könnte man denn hier nicht leicht nachhelfen, indem man eine dünne Schicht Anzuchterde darüberstreut?

Gruß Rolf
 Re: Bemoosen, sinnvoll oder nicht? 20.03.2007 (19:07 Uhr) Uwe Harwardt
Hallo Rolf,

Du kannst Anzuchterde nehmen oder fein ausgesiebten Humus, letzteres soll wohl noch etwas besser funktionieren. Allzu dünn sollte die Schicht nicht sein.

Viele Grüße

Uwe

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