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 Bonsai-Info-Archiv
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hallo!

ich habe vor kurzem einen bonsai über ebay ersteigert (bei ihnen)und mich auch gleichzeitig um geeignete literatur bemüht um nicht ganz unvorbereitet an das projekt "bonsai" herranzugehn. nun stellte sich nach ca. einer woche folgendes problem ein:

einige der blätter begannen sich gelb zu verfärben und fielen daraufhin ab. nun stellte sich mir berechtigter weise die frage, was genau ich falsch mache. ist dies ein zeichen dafür, dass ich den bonsai so stark oder zu wenig gieße? im moment gieße ich die chin. ulme einmal am tag (stark ---> eintrocknen lassen ---> und noch einmal stark). sollte ich sie eventuell um diese jahreszeit auch besser draussen halten (obwohl sie laut beschreibung und handbuch ein indoor ist)?

ich hoffe wirklich, dass sie mir helfen können, da ich es mehr als traurig finden würde solch einen baum nach 10 jährigem wachstum jetzt durch schlichtes unvermögen zu grunde zu richten - zumal ich immer von solch einem bäumchen beträumt habe...

danke im voraus

christian hoffmann (schmelz/saar)
 Re: chin-ulme (verliert blätter) 11.06.2004 (16:20 Uhr) Andy
Was heisst «vor kurzem»? Chin. Ulmen können «geschockt» reagieren auf Umzug, Umtopfen, Standortwechsel etc. Das gibt sich in der Regel schnell und neue Triebe wachsen.

Staunässe mögen Ulmen nicht. Ausschlaggebend ist also nicht nur der Giessrhythmus, sondern, ob das Wasser abfliessen kann. Zu «alte» Erde staut oft, da das Lehmgranulat mit der Zeit zerfällt und zu einer kompakten, klumpigen Erde führt.

Die Ulme mag's hell, aber nicht zu hell: Mittagssonne vermeiden.

Zu Blattausfall führen auch Spinnmilben - kleine, helle Punkte, die ihren Namen von feinsten, weissen Fäden haben, die sie spinnen. Sollten sich Spuren dieser Milbe finden, ist sofort zu reagieren, sonst verliert die Ulme innert kurzer zeit alle Blätter. Danach kann sie zwar wieder neu austreiben, was aber Stress bedeutet.

 Re: chin-ulme (verliert blätter) 11.06.2004 (23:59 Uhr) Unbekannt
>>vor kurzem<< heißt vor einer woche. somit könnte deine these vom "umzugsstress" natürlich zutreffen. danke dafür schonmal.

ich habe den baum nicht direkt am fenster, sondern ca. 3 meter entfernt davon stehen. hell hat er es dort dennnoch. was das gießen betrifft: gibt es nicht eine ungefähre regel an die ich mich halten kann, bzgl. der gießmenge und häufigkeit pro tag? sollte ich einfach nach gefühl gießen, oder doch eine bestimmte menge wasser einhalten (0,5-1 liter?!?). achso, noch eines: ab wann sollte ich erstmals damit beginnen meinen bonsai zu düngen? (ich habe mir heute im baumarkt um die ecke einen flüssigdünger für bonsai zugelegt)

danke nochmals im vorraus!

christian hoffmann (schmelz/saar)
 Re: chin-ulme (verliert blätter) 14.06.2004 (10:47 Uhr) Andy
Drei Meter kann schon sehr viel sein - du mit deinen Augens siehst «hell», wenn es für eine Pflanze schon stockdunkel ist.

Eine Regel für die Giessmenge gibt es nicht in dem Sinne - dazu müsste man die Erdqualität, die Erdmenge, das Volumen und den Ablauf einbeziehen...

Achte auf die Drainage der Erde, überflüssiges Wasser soll gut ablaufen können. Giesse so, dass die Erde nicht sumpfig ist und jeweils dann wieder, wenn die Oberfläche leicht antrocknet, sich aber noch nicht vom Schalenrand löst. Gefühlssache.

Solange dein Baum Mühe hat, nicht düngen. Wenn er sich erholt hat, erst dann düngen, wenn die neuen Triebe dunkelgrün werden und die Stiele verholzen.
Also nur als Tipp: Lege Dir doch einen entsprechende Unterschale zu die du dann z.B. mit Seramis auffüllst. So kann überflüssige Nässe aufgenommen werden und steht nicht als Staunässe in der Schale.

Ich habe meine Ulme den Sommer über auf dem Balkon stehen aber wie schon vom Vorschreiber genannt sollte sie keine direkte Mittagssonne abbekommen. Habe alle meine Indoors schon seit Jahren im Sommer im Freien

Grüße

Thomas
danke für eure hilfe! es handelte sich bei den blättern anscheinend wirklich nur um eine schockreaktion auf die reise. mittlerweile sprießen schon wieder die triebe in massen und ich muss schauen, dass ich mich der ersten übergroßen blätter endledige. düngen werde ich dann wirklich erst, wenn die blätter dunkelgrün werden - danke auch dafür!

m.f.g. christian hoffmann (schmelz/saar)
 Re: chin-ulme (verliert blätter) 22.06.2004 (12:45 Uhr) Andy
Na, da bin ich aber froh! Offenbar tun Ulmen das gerne, es gab schon mehrere Einträge hier zu dem Thema.
 Re: chin-ulme (verliert blätter) 23.06.2004 (20:24 Uhr) Uwe Harwardt
Hallo Christian,

> ich habe vor kurzem einen bonsai über ebay ersteigert
> (bei ihnen)und mich auch gleichzeitig um geeignete
> literatur bemüht...

dieses Forum ist auf mehr als einer Site zu Thema Bonsai zu sehen, mit identischem Inhalt. Ich kann natürlich feststellen, über welche Homepage Du hier gelandet bist, werde mich dazu aber an dieser Stelle nicht äußern. Du solltest Dein Problem eventuell einmal per eMail dem Händler schildern, sicher wird er Dir gerne weiterhelfen und hat noch den einen oder andern Tip für Dich parat.

Uwe
oh sorry.... das konnte ich nicht wissen - mir schien es eben so, als sei dies das forum des händlers bei dem ich besagten baum vor einem monat ersteigert habe.

ich habe allerdings nochmals das gleiche problem:

nachdem die ulme ca. eine woche lang ohne ende neue triebe produziert hat und quasi ganz neu auflebte, färbten sich plötzlich innerhalb von ca. 4 tagen nahezu alle alten blätter gelb und fiehlen daraufhin ab. mittlerweile besteht die ulme nahezu nurnoch aus neuen trieben und sieht im vorgleich zum ausgangszustand recht kark aus.

folgendes habe ich beobachtet:

1.) ein weißlicher belag am wurzelanfang (über der erde) dieser wirkt nicht wie schimmel - könnte unter umständen auch eine kalkablagerung sein, keine ahnung.....

2.) kleine tierchen, die ca. 0,5-1 mm groß, bräunlich und zu anfangs nicht beflügelt sind. habe mich nach schädlingen solcher art im i-net umgeschaut - aber nichts gefunden...

3.) die blätter färben sich gelb mit schwarzbraunen flecken und fallen ab.

ich würde mich sehr freuen, wenn mir jemand sagen könnte was ich falschmache oder von welcher krankheit mein bäumchen befallen ist.

danke im vorraus!

ps: es nützt mir rein garnix, wenn jemand sagt "entweder gibst du deinem bäumchen zu viel, oder zu wenig wasser" - denn dann hab ich ne 50 prozentige chance, dass ich mich danach für den richtigen weg entscheide. es wäre zB. lieb wenn mir jemand sagen könnte was in etwa "zu viel" oder "zu wenig" ist.
 Re: chin-ulme (verliert blätter) 05.07.2004 (10:46 Uhr) Andy-II
Fangen wir mit dem Wasser an: Regeln in Kubikzentimeter pro Tag sind Unsinn. Halte dich an das, was du siehst und spürst. Normalerweise ist die Bandbreite der Ulme gross, sie veträgts eher feucht, darf aber auch mal trocken haben. Das bedeutet: Giessen, etwas antrocknen lassen, giessen, etwas antrocknen lassen etc. Steht der Baum in der Sonne geht es etwa zwei Tage, bis du nachgiessen musst. Steht er eher schattig, dauert es länger, steht er in der Sonne und an der frischen Luft, dauert es weniger lang.
Ist der Boden mit einer Unterpflanzung bedeckt (Moos, Gräser) gehts natürlich schneller, obwohl unten noch genug Feuchtigkeit ist. In dem Fall ein bis zweimal am Tag mit einer Sprühflasche benetzen. Du siehst: Um eigene Beobachtung kommst du nicht rum.

Was sie nicht mag, sind nasse Füsse. Die kriegt sie, wenn die Erde verpampt ist. Stocher mal am Rand mit einem Stäbchen etwas drin rum, bevor du neu giesst - du merkst dann, ob die Erde locker ist oder kompakt. Wenn sie dicht und hart ist, kannst du vorsichtig umtopfen. Das heisst, dass du die Wurzeln nicht ganz freilegst, sondern den Wurzelballen zusammen mit wenig Erde in neue, lockere Erde stellst.

Wenn du bei der Gelegenheit feststellst, dass der Wurzelballen mieft und braune, matschige Wurzelhaare hat, ist die Fäulnis schon da. Kaputte Wurzeln abhauen und oben entsprechend nachschneiden (zur Entlastung).

Nasse Füsse gibts auch, wenn die Schale niedere Füsse hat und das abfliessende Wasser dadurch in einem Untergefäss staut.  Ist das der Fall, Untergefäss entfernen.

Die Ulme braucht Sonne, ist es zu dunkel, gehts ihr schlecht. Zu dunkel ist es für eine Pflanze manchmal schon einen Meter neben dem Fenster - mit unserem Sehen hat das nichts zu tun.

Das weisse Zeugs mit dem Fingernagel prüfen: So merkst du gut, ob es dieselbe Kruste ist, die sich im Teekocher und im Bad bildet, also Kalk. Das mag die Ulme nicht. Umsteigen auf Regenwasser . Mit der Zeit wird die Kruste abbröseln. Nicht abschaben wegen Verletzungsgefahr der Rinde!

Den Dünger vorläufig in den Schrank stellen - ist die Ulme gestresst, reagiert sie schlecht auf Düngergaben.

Last, bnut not least: Sicherstellen, dass die schwarzen Flecken auf den toten Blättern nicht Läuse oder Milben sind. Falls doch, entsprechendes Insektizid anwenden.
Zuletzt geändert von Andy-II am 05.07.2004 um 13:19 Uhr.
 Re: chin-ulme (verliert blätter) 05.07.2004 (11:22 Uhr) Unbekannt
herzlichen dank für die schnelle hilfe! werde mal schauen was sich da alles machen lasst. den gedanken von wegen umtopfen hatte ich auch schon, denn der ballen scheint recht durchwachsen zu sein.

danke also nochmals!

m.f.g. christian hoffmann
 Es ist eben nicht einfach... 05.07.2004 (22:14 Uhr) Uwe Harwardt
> oh sorry.... das konnte ich nicht wissen - mir schien es
> eben so, als sei dies das forum des händlers bei dem ich
> besagten baum vor einem monat ersteigert habe.

Da brauchst Du Dich nun nicht zu entschuldigen - ich habe den Text auf der Forenseite nun geändert, damit jeder nachsehen kann, wo man dieses Forum findet. Denn dieses Forum kann (mit eigenem Design) in jede bestehende Homepage integriert werden. Ich vertrete heute genau wie damals im Jahr 2000 die Überzeugung, daß ein Forum auf vielen Seiten mit vielen Usern besser ist, als viele Foren mit wenigen Besuchern.

> ps: es nützt mir rein garnix, wenn jemand sagt "entweder
> gibst du deinem bäumchen zu viel, oder zu wenig wasser" -
> denn dann hab ich ne 50 prozentige chance, dass ich mich
> danach für den richtigen weg entscheide. es wäre zB. lieb
> wenn mir jemand sagen könnte was in etwa "zu viel" oder
> "zu wenig" ist.

Nun, inzwischen hat sich ja jemand Deines Problems angenommen. Aber ich möchte gerade an dieser Stelle einmal loswerden, daß Ferndiagnosen nun oftmals nicht viel anders ist als der Gang mit der Wünschelrute. Seit es so richtig hip ist, sich im nächsten Supermarkt aus dem Quengelregal noch schnell einen coolen Minibaum mitzunehmen, wandern immer häufiger kleine glasierte Keramikgefäße mit undefinierbarem Inhalt in die Mülltonne. Nun ist die Lebenserwartung eines Baumarkt-Bonsai schon bescheiden genug. Nur wird sie durch unsachgmäße Bäumchenhaltung noch verringert. Und viele Bonsai werden tatsächlich tot gegossen. Vertrocknen dagegen ist deutlich seltener. Da jeder hier im Forum davon ausgeht, daß ein soeben gekaufter Bonsai nun einen hellen Platz erhält und nicht sofort mit scharfen Gegenständen bedroht oder unter Bergen von Dünger begraben wird, liegt der Schluß auf einen Gießfehler nahe. Daher kommt auf eine unspezifische Anfrage wie: 'Warum fallen den nun alle Blätter ab?' oftmals der Hinweis, die Gießgewohnheit zu überprüfen, welche Du sicher so oft im Forum hier gefunden hast. Je genauer das Krankheitsbild beschrieben wird, desto besser kann die Diagnose und damit eine Pflegeanleitung sein.
Dabei solltest Du, Christian, das soeben gesagte nicht als Kritik an Deinem Posting auffassen. Ich wollte lediglich mal wieder loswerden, was mich selbst so oft bedrückt...

Uwe
 Re: Es ist eben nicht einfach... 06.07.2004 (10:25 Uhr) Andy-II
Und weil es so bedrückt, hänge ich noch was an: Wer sich ein Tier zulegt, überlegt zuerst. Er fragt Nachbarn oder Bekannte, was sie für Erfahrungen gemacht haben. Er geht zum Händler und fragt den, welche Nahrung und welche Pflege richtig ist. Er erkundigt sich, was für eine Art das ist und packt noch ein Sachbuch ein, wenn er das ideale Duftfreiklo kauft. Bevor er zum Arzt geht mit dem Tier, macht er sich schlau im Internet. Ein Tier ist ein Lebewesen - ein Baum auch. Es geht mir nicht in den Kopf, weshalb jemand eine Pflanze aus der Rabatt-Ecke kauft,  die als «Bonsai Netherlands diverse» spezifiziert wird und später sauer wird, wenn wir ihm nicht sagen können, ob der braune Fleck hinten am Stamm ein Pilz ist...

Wer einen Bonsai seriös behandelt, kann ihn mit seinem Artnamen benennen, wenn er ihn verkauft. Ich kenne nicht eine einzige bonsaitaugliche Art, die im Internet nicht mit klaren Kurzprofilen beschrieben wäre. Wenn diese aufgespürt und beherzigt würden, gäbe es wahrscheinlich 80 Prozent aller Pannen gar nicht erst.  Die Foren wären übersichtlicher, die Bäume gesünder und die Besitzer im Nirwana.

So - das musste mal raus. Beraten wir weiter.

:o)

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